Glossar

  • “ A

    • Aderhaut

      Gefäßschicht des Auges zwischen Netzhaut und Lederhaut, die die äußere Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

    • Akanthamöben

      Mikroskopisch kleine, freilebende Einzeller, die häufig in der natürlichen Umgebung vorkommen. Sie können zwar Infektionen hervorrufen, jedoch kommen die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens mit Akanthamöben in Berührung und erkranken nicht.

    • Akanthamöbenkeratitis

      Akanthamöben können verschiedene Infektionen beim Menschen hervorrufen, so z. B. auch eine Keratitis, eine Entzündung der Hornhaut des Auges. Diese geht meist mit starken Schmerzen einher und kann zu einer dauerhaften Beeinträchtigung des Sehvermögens führen.

    • Akkommodation

      Als Akkommodation wird in der Augenheilkunde die Fähigkeit des Auges beschrieben, sich an das Sehen in der Ferne oder in der Nähe anzupassen. Die Akkommodation erfolgt durch Muskeln im Auge, die mit der Augenlinse verbunden sind und die Form der Linse verändern.

    • Amblyopie

      Eine Störung der Sehentwicklung, die sich im Kindesalter entwickelt.

    • Amsler-Gitter

      Ein Test zur Früherkennung von Nahsehproblemen, insbesondere Metamorphopsie und zentralem Gesichtsfeldausfall (Skotom).

    • Anti-VEGF

      Bei der Anti-VEGF-Behandlung werden VEGF-Hemmer direkt in den Glaskörper des Auges injiziert. Diese Medikamente blockieren den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF), wodurch das Wachstum abnormaler Blutgefäße reduziert wird.

    • Astigmatismus

      Ein Astigmatismus, auch Stabsichtigkeit genanant, wird in den meisten Fällen durch eine ungleichmäßig geformte Hornhaut (Hornhautverkrümmung), in seltenen Fällen durch die Augenlinse, hervorgerufen. Das Sehen wird beeinträchtigt, da das Licht nicht gleichmäßig auf der Netzhaut abgebildet wird. Ein leichter Astigmatismus beeinträchtigt in der Regel nicht das Sehvermögen und erfordert keine Behandlung.

    • Atherosklerose

      Starke Verhärtung und Verengung der Arterien.

    • Augenlinse

      Befindet sich in der hinteren Augenkammer. Zusammen mit der Brechkraft der Hornhaut (ca. 43 Dioptrien) sorgt die Augenlinse für eine zusätzliche Brechkraft von ca. 20 Dioptrien, um Bilder präzise auf die Netzhaut zu fokussieren.

  • “ B

    • Bindehaut

      Sie kleidet den Raum zwischen den Augenlidern, dem Augapfel und der Augenhöhle aus.

    • Biometrie

      Messung der Länge des Augapfels und bestimmter Abstände und Strukturen innerhalb des Augapfels.

    • Blindheit

      Vollständiger oder teilweiser Sehverlust. Als Blindheit wird eine sehr starke Beeinträchtigung der Sehschärfe und/oder des Gesichtsfeldes bezeichnet. Sie ist in jedem Land per Gesetz definiert. In Deutschland wird u.a. von Blindheit gesprochen, wenn das Gesichtsfeld weniger als 5° oder das besser korrigierte Auge eine Sehschärfe von nicht mehr als 0,02 aufweist, was in etwa einem Sehvermögen von 2 % entspricht.

  • “ D

    Drusen

    Eine Ansammlung von Lipiden und Proteinen unterhalb des retinalen Pigmentepithels (RPE).

  • “ E

    • Embolus

      Partikel, die ein Blutgefäß teilweise oder vollständig verstopfen.

    • Endothelzellen

      Flache Zellen, die die Innenseite der Blutgefäße auskleiden und dazu beitragen, das Austreten von Flüssigkeit aus dem Gefäß in das umliegende Gewebe zu verhindern.

  • “ F

    • Fluoreszenzangiografie (FA)

      Eine nicht-invasive bildgebende Technik zur Beurteilung der Gesundheit der Netzhaut. Sie erkennt die natürliche Fluoreszenz von Lipofuszin im retinalen Pigmentepithel (RPE), die unter blauem und grünem Laserlicht sichtbar wird. Lipofuszin sammelt sich im Laufe des Lebens als Abfallprodukt an.

    • Fotorezeptorzellen

      Lichtempfindliche Zellen (Stäbchen und Zapfen) der Netzhaut. 

    • Fovea

      Eine kleine Vertiefung in der Netzhaut des Auges, in der die Sehschärfe am höchsten ist (gelber Fleck oder Makula). Das Zentrum des Gesichtsfeldes ist auf diesen Bereich fokussiert, in dem sich eine hohe Anzahl von Fotorezeptorzellen befindet.

    • Fundus

      Der Augenhintergrund mit seinen anatomischen Strukturen.

    • Fundusautofluoreszenz (FAF)

      Eine nicht-invasive bildgebende Technik zur Beurteilung der Gesundheit der Netzhaut. Sie erkennt die natürliche Fluoreszenz von Lipofuszin im retinalen Pigmentepithel (RPE), die unter blauem und grünem Laserlicht sichtbar wird. Lipofuszin sammelt sich im Laufe des Lebens als Abbauprodukt an.

    • Fundusfotografie

      Ein bildgebendes Verfahren, bei dem der Augenhintergrund fotografiert wird.

  • “ G

    • Gesichtsfeld

      Das Gesichtsfeld ist der gesamte Bereich, den eine Person sehen kann, wenn sie geradeaus schaut, einschließlich des zentralen und peripheren (seitlichen) Sehens. Es zeigt, wie viel von der Umgebung gesehen werden kann, ohne die Augen oder den Kopf zu bewegen.

    • Glaskörper

      Klare, gelartige Substanz, die den Raum zwischen Linse und Netzhaut ausfüllt und dabei hilft, die Form und die optischen Eigenschaften des Auges aufrechtzuerhalten.

  • “ H

    • Halo

      Radiales Lichtphänomen um Lichtquellen herum, das die Sicht beeinträchtigt.

    • Harte Exsudate

      Ablagerungen von Lipiden in der Netzhaut, die entstehen, wenn kleine Lipidpartikel aus den Blutgefäßen austreten und sich aufgrund anhaltender Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe anreichern.

    • Hinterkammer

      Bezeichnung des Raums zwischen Iris und Glaskörper, in dem sich die Augenlinse und der Ziliarkörper befinden.

    • Hyperglykämie

      Hoher Blutzuckerspiegel. Er kann durch verschiedene Faktoren und Krankheiten verursacht werden, wobei Diabetes eine der häufigsten Ursachen ist.

  • “ I

    • Intraokulare Linse (IOL)

      Eine künstliche Linse, die in das Auge implantiert werden kann.

    • Intraokularer Druck (IOD)

      Der Druck im Inneren des Auges, der die Stabilität des Augapfels aufrechterhält.

    • Intravitreal

      Gleichbedeutend zu "in den Glaskörper", zum Beispiel eine intravitreale Injektion.

    • Iridotomie

      Minimalinvasiver Lasereingriff, bei dem mit einem Laser eine winzige Öffnung in der Iris geschaffen wird, um den Augeninnendruck zu senken.

    • Iris

      Die Iris ist der farbige Teil des Auges. Sie reguliert die Lichtmenge, die durch die Pupille ins Auge tritt, und trennt die vordere von der hinteren Augenkammer. Zwei Iris-Muskeln steuern die Form und den Durchmesser der Pupille.

    • Ischämie

      Verminderte oder fehlende Durchblutung, die zu Sauerstoffmangel, Funktionsstörungen und, wenn sie über einen längeren Zeitraum unbehandelt bleibt, zum Absterben von Gewebe führen kann.

  • “ K

    • Kammerwasser

      Diese Flüssigkeit wird im Ziliarkörper produziert. Von dort gelangt sie durch die Pupille in die vordere Augenkammer. Sie besteht aus Wasser, Elektrolyten, Proteinen, Zucker, Ascorbinsäure und Hyaluronsäure. Sie versorgt viele Strukturen im Inneren des Auges mit Nährstoffen, und ihre Produktion und ihr Abfluss sind für die Aufrechterhaltung des Augeninnendrucks verantwortlich.

    • Keratitis

      Eine Entzündung der Hornhaut. Sie kann verschiedene Ursachen haben, darunter Bakterien, Viren und Pilze. Eine Keratitis tritt häufig in Verbindung mit langfristigem Kontaktlinsentragen auf.

    • Keratokonus

      Eine Erkrankung, die einhergeht mit einer Verdünnung der Hornhaut, gefolgt von einer kegelförmigen Hornhautvorwölbung. Ein Keratokonus verläuft schmerzfrei und führt zu Sehstörungen und einer Verschlechterung des Sehvermögens.

    • Keratometrie

      Vermessung der Hornhautkrümmung und -brechkraft.

    • Kontrastempfindlichkeit

      Die Fähigkeit, Kontrastunterschiede wahrzunehmen und Objekte von ihrer Umgebung zu unterscheiden.

    • Kortikosteroide

      Hormone, die vom Körper auf natürliche Weise produziert werden. Künstlich hergestellt, werden sie als Medikament zur Reduktion von Entzündungen im Körper eingesetzt.

  • “ L

    • Laser Epithelial Keratomileusis (LASEK)

      Refraktiv-chirurgischer Eingriff mit dem Ziel, Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Astigmatismus durch Veränderung der Hornhautkrümmung zu korrigieren. Im Vergleich zur LASIK wird dabei kein Flap erzeugt. Stattdessen werden Teile des Epithels zur Seite geschoben, woraufhin die Hornhaut mit einem Excimer-Laser, der Hornhautgewebe entfernt, umgeformt wird.

    • Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK)

      Refraktiv-chirurgischer Eingriff mit dem Ziel, Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Astigmatismus durch Veränderung der Hornhautkrümmung zu korrigieren. Nach der Erzeugung einer Hornhautlamelle wird die Hornhaut mit einem Excimer-Laser umgeformt, indem Hornhautgewebe entfernt wird.

  • “ M

    • Makula

      Der zentrale Bereich der Netzhaut, der den Bereich mit der schärfsten Sehkraft umfasst.

    • Metamorphopsie

      Verzerrtes Sehen, bei dem gerade Linien gekrümmt oder verschwommen erscheinen.

    • Microaneurysma

      Winzige Ausbeulungen der feinen Blutgefäße (Kapillaren) in der Netzhaut, aus denen Flüssigkeit oder Blut austreten kann. Sie treten häufig als erstes Anzeichen einer diabetischen Retinopathie auf.

    • Minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS)

      Eine Gruppe von schonenden Glaukomoperationen, bei denen sehr kleine Schnitte und Implantate verwendet werden, um den Augeninnendruck zu senken.

    • Myopie

      Eine Fehlsichtigkeit des Auges, auch "Kurzsichtigkeit" genannt, bei der der Brennpunkt – und damit das scharfe Bild – vor der Netzhaut liegt. 

  • “ N

    • Neovaskularisation

      Das Wachstum neuer, instabiler Blutgefäße an Stellen, an denen sie natürlicherweise nicht vorkommen, häufig verursacht durch Sauerstoffmangel oder Entzündungen.

    • Nervenfasern

      Lange röhrenartige Fortsätze der Nervenzellen (Axone). Retinale Nervenfasern bündeln sich auf ihrem Weg zum Sehnervenkopf und leiten die elektrischen Nervenimpulse an das Gehirn weiter.

    • Netzhaut

      Die Netzhaut (syn. Retina) befindet sich im hinteren Teil des Auges und besteht aus mehreren Schichten, darunter die lichtempfindlichen Fotorezeptorzellen.

  • “ O

    • OCT-Angiografie (OCTA)

      Untersuchungsmethode auf Basis der optischen Kohärenztomographie (OCT), die ohne Verwendung von Kontrastmitteln eine nicht-invasive dreidimensionale Darstellung der Gefäßstrukturen der Netzhaut und Aderhaut erstellt.

    • Ophthalmoskopie

      Untersuchung des Augenhintergrundes mit einem optischen Instrument, dem Ophthalmoskop.

    • Optische Kohärenztomografie (OCT)

      Nicht-invasive Bildgebungstechnik zur Darstellung einzelner Gewebestrukturen unter Verwendung von Laserlicht.

  • “ P

    • Pachymetrie

      Messung der Hornhautdicke.

    • Panretinal

      Die gesamte Netzhaut betreffend, mit Ausnahme des zentralen Bereichs.

    • Pars-plana-Vitrektomie

      Augenchirurgische Technik, bei der die Glaskörperkammer über die Pars plana geöffnet und der Glaskörper entfernt wird, um Zugang zur Netzhaut zu erhalten. Schließlich wird der Glaskörper durch eine spezielle Flüssigkeit oder ein Gas ersetzt.

    • Perimetrie

      Messung des Gesichtsfeldes.

    • Perizyten

      Zellen in der Außenwand von Blutkapillaren und Venolen, die mit ihren Ausläufern das Endothel umgeben. Sie sind wichtig für die Aufrechterhaltung der Gefäßstabilität, die Regulierung des Blutflusses und die Unterstützung der Endothelfunktion.

    • Photokoagulation

      Eine Laserbehandlungsmethode, die verwendet wird, um undichte Blutgefäße zu verschließen und die Anzahl der VEGF zu reduzieren.

    • Photorefractive Keratectomy (PRK)

      Refraktiv-chirurgischer Eingriff mit dem Ziel, Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Astigmatismus durch Veränderung der Hornhautkrümmung zu korrigieren. Im Gegensatz zur LASIK wird hier kein Flap erzeugt, sondern das Epithel vollständig entfernt. Anschließend wird die Hornhaut mit einem Excimer-Laser umgeformt, der Hornhautgewebe entfernt. Es dauert etwa eine Woche, bis sich das Epithel regeneriert hat.

    • Pupille

      Die schwarze Öffnung in der Mitte der Iris, die von zwei Iris-Muskeln gesteuert wird, welche den Durchmesser der Pupille und damit die in das Auge eintretende Lichtmenge regulieren.

  • “ R

    Retinales Pigmentepithel (RPE)

    Das RPE ist die hinterste Schicht der Netzhaut, die sich zwischen den Fotorezeptoren und der Aderhaut befindet und für die Ernährung der Fotorezeptoren und die Aufrechterhaltung des Sehprozesses verantwortlich ist.

  • “ S

    • Sehnerv

      In einem gesunden Auge verbinden sich etwa 1 Million Nervenfasern zum Sehnerv, der die umgewandelten Lichtsignale an das Gehirn weiterleitet.

    • Sehnervenkopf (ONH), syn. Papille

      Der Austrittspunkt der Nervenfaserbündel, der sich im Augenhintergrund befindet.

    • Sehschärfe

      Fähigkeit, zwei Punkte aus einer bestimmten Entfernung getrennt voneinander wahrzunehmen.

    • Selektive Lasertrabekuloplastik (SLT)

      Minimalinvasives Laserverfahren zur Verbesserung des Abflusses im Auge und damit zur Senkung des Augeninnendrucks.

    • Spaltlampe

      Ein Augenmikroskop, das Augenärzte standardmäßig zur Untersuchung des Auges verwenden.

  • “ T

    • Tomographie

      Ein bildgebendes Verfahren, das ein Objekt Schicht für Schicht sichtbar macht.

    • Tonometrie

      Messung des Augeninnendrucks (IOD).

    • Topographie

      Ein bildgebendes Verfahren, das die Form der Oberfläche eines Objekts abbildet. 

    • Trabekelmaschenwerk

      Befindet sich im Kammerwinkel und dient als primärer Abflussweg für das Kammerwasser. Nachdem das Kammerwasser durch die Pupille in die Vorderkammer gelangt ist, fließt es durch das Trabekelwerk in das Venensystem.

    • Trabekulektomie

      Chirurgischer Eingriff, bei dem ein künstlicher Abflussweg für die Kammerflüssigkeit geschaffen wird, um den Augeninnendruck zu senken.

  • “ V

    • VEGF

      Vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor – ein Signalmolekül, das das Wachstum neuer, erkrankter Gefäße verursacht.

    • Vorderkammer

      Der Raum vor der Iris und der Augenlinse.

    • Vorderkammerwinkel

      Winkel zwischen der Rückseite der Hornhaut und der Vorderseite der Iris, wo sie aufeinandertreffen.

  • “ Z

    • Ziliarkörper

      Ringförmige Struktur im Auge, die Kammerwasser produziert und die Form der Linse für die Fokussierung (Akkommodation) steuert.

    • Zyklophotokoagulation

      Laserbehandlung, die direkt auf den Ziliarkörper abzielt, um dessen Produktion von Kammerwasser zu reduzieren und dadurch den Augeninnendruck zu senken.

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