ICG-Angiographie
Fenster zur Aderhaut
Konfokale Scanning Laser-Indozyaningrün-Angiographie ermöglicht die Darstellung der Aderhautgefäße und auftretender Leckagen. Ein ungünstiger Verlauf einer anti-VEGF Therapie lässt sich so häufig begründen. Dynamische ICG-Bildgebung zeigt nachweislich RAP (RCA) Läsionen, die mit FA unter Umständen nicht entdeckt würden.

Die Indozyaningrün (ICG)-Angiographie ermöglicht Aufnahmen der choroidalen Zirkulation unter dem RPE. Das unterscheidet sie von der Fluoreszein-Angiographie, die den Blutfluss über dem RPE sichtbar macht. ICG verbleibt länger in den größeren Blutgefäßen und diffundiert weniger leicht in die kleineren Gefäße oder den interstitiellen Raum, vor allem in der Choriokapillaris.
Eine entscheidende Eigenschaft von ICG ist seine Anregungs- und Emissionswellenlänge. Diese liegen fast im Infrarot-Bereich. Infrarotlicht dringt tiefer ins Gewebe ein als sichtbares Licht, wodurch Anregung und Reflexionsaufnahmen durch das RPE möglich werden.

Eine der bedeutendsten Anwendungen der ICGA ist ihr Beitrag zur Sichtbarmachung und Bestätigung choroidaler Neovaskularisationen (CNV). Mit der ICGA lassen sich choroidale Neovaskularisationen häufig genauer klassifizieren. Retinale angiomatöse Proliferationen (RAP) oder retinale choroidale Anastomosen (RCA) können mit der ICGA oft sicherer identifiziert werden.

Die ICGA kann auch nützliche Informationen über die zentrale seröse Chorioretinopathie (CSCR) liefern. Auch wenn die CSCR ein relativ verbreitetes Krankheitsbild ist, lässt sich mit der FA nicht feststellen, ob die Anfangsanomalie auf Choroidea- oder RPE-Ebene angesiedelt ist. Aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften ermöglicht die ICGA eine Bewertung der zugrunde liegenden choroidalen Hyperpermeabilität.
Die ICG-Angiographie ist kein Ersatz für die Fluoreszein-Angiographie. Sie liefert ergänzende Informationen, die zur Klärung der Rolle der choroidalen Zirkulation bei Netzhauterkrankungen beiträgt.

Wie für die FA hat die Verwendung der konfokalen Laser-Scanning Aufnahme für die ICGA grundlegende Vorteile:
- Ein besseres Signal-Rausch-Verhältnis durch gezielte Anregung des Farbstoffes ICG mit einem Laser wohl definierter Wellenlänge – Dadurch kann auch die Menge injizierten Farbstoffes deutlich reduziert werden.
- Wesentlich schärfere und kontrastreichere Aufnahmen. Streulicht außerhalb der konfokalen Ebene wird durch die Verwendung einer konfokalen Aufnahmetechnik gezielt ausgeblendet.
- Die Abtastung der Netzhaut mit einem Laser hält die Lichtbelastung für den Patienten niedrig.
- Da ohne Blitz gearbeitet wird, ist die Bereitschaft der Patienten zu Folgeuntersuchungen viel größer.



