Ödemindex
Bei dem Ödemindex handelt es sich um eine schwarz-weiß Karte der Retina, die Bereiche mit erhöhter Flüssigkeitseinlagerung aufzeigt noch bevor ein klinisch signifikantes Makulaödem nachgewiesen werden kann. Mit einem Lichtstrahl tastet der HRT einen 15-Grad-Bereich der Retina ab. Das von der Retina reflektierte Licht liefert ein charakteristisches Signal. Wird das Signal unterbrochen, dann wird der entsprechende Bereich der Retina hervorgehoben. Eine Unterbrechung des reflektierten Lichtsignals ist häufig die Folge einer Flüssigkeitseinlagerung. In den Bildern sind charakteristische Krankheitsmuster erkennbar, ähnlich der Muster bei einer Fluoreszein-Angiographie.

Doch die Informationen, die der Ödemindex liefert, unterscheiden sich grundlegend von denen einer Fluoreszein-Angiographie. Anstatt ein Kontrastmittel in den Blutgefäßen abzubilden, erkennt die Software die Grenze zwischen Glaskörper und Netzhaut und sucht nach einer „erwarteten“ Lichtpenetration und -reflexion. Trifft das Licht auf eine erhöhte Menge an interstitieller Flüssigkeit, wird das Lichtsignal intensiviert. Je intensiver das Signal, desto höher ist der Ödemindexwert.

Die Ödemindexzahl ist ein relativer Wert. Der einem „normalen“ Lichtsignal zugeordnete Wert ist 1,0. Ist der Wert höher als 1,0 weist er auf eine Unterbrechung des Signals hin; bewegt er sich gegen 1,8, ist dies ein typisches Anzeichen für eine Flüssigkeitseinlagerung.

