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Heidelberg Engineering feierte 20-jähriges Firmenjubiläum mit hochkarätigem Symposium

Seit 1990 werden in Heidelberg Diagnosesysteme für Augenärzte und Forscher entwickelt, die es erlauben, Augenkrankheiten frühzeitig zu erkennen und deren Verlauf genau zu verfolgen.

Das 20-jährige Firmenjubiläum wurde mit einem wissenschaftlichen Symposium am 19. und 20. November in Heidelberg gefeiert, auf dem 23 führende Forscher und Kliniker aus aller Welt zwei Tage lang mit 250 deutschen und internationalen Ophthalmologen Diagnoseverfahren von heute und morgen diskutierten. Im Mittelpunkt standen dabei bildgebende Verfahren, zu deren Entwicklung und Verbreitung Heidelberg Engineering entscheidende Beiträge geleistet hat.

Das Schwerpunkt-Thema des ersten Tages war Glaukom.
Die engen Zusammenhänge von strukturellen Schädigungen und deren funktionalen Folgen wurden intensiv beleuchtet – insbesondere in Hinblick auf die Früherkennung und Verlaufskontrolle der Krankheit und die dafür zur Verfügung stehenden Diagnoseverfahren.

Prof. Garway-Heath aus London gab zunächst einen Überblick über die Beziehung zwischen Struktur und Funktion, wie sie durch Verbindung des Heidelberg Retina Tomographen (HRT) mit dem Heidelberg Edge Perimeter (HEP) hergestellt wird. Im Detail vorgestellt wurde das HEP von Prof. Flanagan (Toronto), welcher maßgeblich an der Entwicklung des Gerätes beteiligt war.
Dr. Scheuerle (Heidelberg) und Prof. Burgoyne (Portland, OR; über Satellit aus Australien zugeschaltet) sprachen über die Morphologie des glaukomatösen Sehnervenkopfes und die daraus resultierende klinische Bedeutung bildgebender Verfahren. Die Wertigkeit bildgebender Verfahren bei der Verlaufskontrolle wurde von Prof. Chauhan (Halifax, Kanada) diskutiert. Auf die Rolle der optischen Kohärenztomographie bei der Glaukomdiagnostik gingen Prof. Mardin von der Universität Erlangen und Prof. Hangai von der Universität in Kyoto in seinem Vortrag ein. Prof. Burk (Bielefeld) stellte in seinem Vortrag den Bezug zur klinischen Routine sehr anschaulich her. Er ging dabei auch auf die Posterior Pole Asymmetrie-Analyse der neuen SPECTRALIS-Software zur Glaukomfrüherkennung ein. Die in der Ocular Hypertension Treatment Study gezeigte prognostische Bedeutung der HRT Untersuchungsergebnisse fasste Prof. Zangwill (San Diego) zusammen. Prof. Michelson (Erlangen) nahm zur Rolle von Blutflußmessungen am Augenhintergrund Stellung.

Das SPECTRALIS OCT wird neben der Ophthalmologie seit Kurzem auch in der Neurologie eingesetzt. Prof. Ari Green (San Francisco) demonstrierte am Beispiel der Multiplen Sklerose, wie Nervenschäden am Auge identifiziert und im Krankheitsverlauf verfolgt werden können.
Die Vorträge des ersten Tages fasste Raymond LeBlance (Halifax) in seiner Keynote Lecture eindrucksvoll zusammen.

Am zweiten Tag wandte sich das Symposium dem vorderen und im Schwerpunkt dem hinteren Augenabschnitt zu.

Die Möglichkeiten der Biomikroskopie der Hornhaut wurden von Prof. Guthoff aus Rostock eindrucksvoll illustriert. So zeigte er, wie periphere Neuropathien bei Diabetikern mit Veränderungen von Nervenstrukturen im Hornhautstroma korrelieren.

Prof. Staurenghi aus Mailand betonte die Bedeutung der ICG Angiographie zur korrekten Klassifizierung und nachfolgenden individualisierten Therapie einer feuchten AMD. Der Verbindung verschiedener Bildverfahren wie OCT, Angiographie und Blue Laser Autofluoreszenz kommt nach den Ausführungen von Prof. Wolf aus Bern eine besondere Bedeutung zu. Die Integration von Diagnosegeräten in ein Kliniknetzwerk durch Einsatz des Heidelberg Eye Explorers (HEYEX) ist für ihn Voraussetzung für effiziente Arbeitsabläufe.
Der komplexen Frage nach welchem Wiederbehandlungskriterium eine anti-VEGF Therapie der feuchten AMD zu besten klinischen Ergebnissen führt widmete sich Prof. Pauleikhoff (Münster) in seinem Vortrag. Er wies auf die Vorteile einer OCT-basierten Strategie hin.

Wissenschaftliche Grundlagen und klinischer Einsatz der BluePeak Blue Laser Autofluoreszenz diskutierten Prof. Francois Delori (Boston) und Prof. Frank Holz (Bonn). Der BluePeak Technologie kommt nach Prof. Holz insbesondere bei der Verlaufskontrolle möglicher medikamentöser Therapien der trockenen AMD zukünftig eine große Bedeutung zu.

Diagnostische Herausforderungen, die sich bei Patienten mit feuchter AMD in Japan stellen, diskutierte Prof. Yoshimura (Kyoto). Die ICG Angiographie ermöglicht die Identifizierung von Subtypen wie der polypoidalen choroidalen Vaskulopathie (PCV), die häufig in Japan auftritt.

Einen Ausblick in die Zukunft diagnostischer Verfahren gaben Prof. Seeliger (Tübingen), Prof. Cordeiro (London), Dr. Schweitzer (Jena) und Prof. Bille (Heidelberg) in ihren Vorträgen zur Grundlagenforschung.
In enger Kooperation mit Heidelberg Engineering erarbeiten diese Forscher Verfahren mit denen es einmal möglich sein wird, Diagnostik auf zellulärer und molekularer Ebene am Patienten zu betreiben.

Als das Unternehmen 1990 von Christoph Schoess und Dr. Gerhard Zinser gegründet wurde, waren bildgebende Diagnoseverfahren in der Augenheilkunde noch neu. Inzwischen sind solche Systeme weit verbreitet und in den kommenden Jahren werden sie wohl in jeder Praxis zu finden sein. Mehr als 10.000 Geräte des Heidelberger Unternehmens befinden sich heute weltweit im Einsatz. Als Zeichen des Erfolges wertete Prof. Holz den Umstand, dass Ärzte in den USA für den Vorgang einer Untersuchung mit dem HRT oder dem SPECTRALIS gerne den Begriff „heidelbergen“ verwenden.

Aber nicht nur des wissenschaftlichen Austausches wegen waren die Gäste angereist. Am Freitagabend stieg die „Geburtstagsfeier“: Stilvoll wurde in der Heidelberger Print Media Academy ein mehrgängiges Menü bei dezenter Musik gereicht und gemeinsam mit den Mitarbeitern von Heidelberg Engineering gefeiert.

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